Das Konzept des "Neuen Deutschen Designs" in der Staudenbeetgestaltung hat seine Wurzeln in der Arbeit von Pionieren wie Karl Foerster, Richard Hansen, Urs Walser und Cassian Schmidt. Diese Gestaltungsphilosophie zeichnet sich durch eine naturnahe, ökologische Herangehensweise aus, die den Garten als dynamisches System betrachtet. Im Gegensatz zum traditionellen englischen Cottage-Stil, der oft auf üppige, dichte Pflanzungen setzt, betont das Neue Deutsche Design eine klare Struktur und die Verwendung von robusten, pflegeleichten Pflanzen. Strukturpflanzen und Gräser spielen hierbei eine zentrale Rolle, da sie nicht nur eine architektonische Wirkung entfalten, sondern auch über das ganze Jahr hinweg attraktiv bleiben.
Ein wesentlicher Aspekt des Neuen Deutschen Designs ist die Integration von Strukturpflanzen und Gräsern, die dem Beet eine dauerhafte Form geben. Beispiele hierfür sind der Riesen-Federgras (Stipa gigantea) und das Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides), die mit ihren filigranen Blütenständen und der anmutigen Bewegung im Wind das Auge fesseln. Diese Gräser schaffen eine Kulisse, vor der Blütenstauden wie der Sonnenhut (Echinacea purpurea) oder die Prachtscharte (Liatris spicata) besonders gut zur Geltung kommen. Die Auswahl der Pflanzen erfolgt dabei nicht nur nach ästhetischen Gesichtspunkten, sondern auch nach ökologischen Kriterien: Sie sollten standortgerecht und insektenfreundlich sein, um zur Biodiversität im Garten beizutragen.
Ein weiterer Unterschied zum englischen Cottage-Stil ist die Betonung der saisonalen Abfolge und der Winteraspekte. Im Neuen Deutschen Design wird darauf geachtet, dass das Staudenbeet zu jeder Jahreszeit ansprechend aussieht. Im Frühling und Sommer dominieren Blütenstauden wie die Schafgarbe (Achillea millefolium) und der Steppen-Salbei (Salvia nemorosa). Im Herbst übernehmen Astern (Aster novae-angliae) und Chrysanthemen (Chrysanthemum indicum) die Hauptrolle. Besonders wichtig sind die Winteraspekte, die durch die Strukturpflanzen und Gräser gewährleistet werden. Die Samenstände des Purpur-Sonnenhuts und die Halme des Chinaschilfs (Miscanthus sinensis) bieten auch im Winter einen reizvollen Anblick und dienen gleichzeitig als Lebensraum für verschiedene Tierarten.
Praktische Hinweise für die Umsetzung des Neuen Deutschen Designs umfassen die sorgfältige Standortwahl und Bodenbearbeitung. Staudenbeete sollten gut durchlässige Böden haben, um Staunässe zu vermeiden. Eine Mulchschicht aus Rindenhumus oder Kies kann helfen, Unkraut zu unterdrücken und die Bodenfeuchtigkeit zu regulieren. Die Pflanzung erfolgt in Gruppen, um eine natürliche Wirkung zu erzielen, wobei auf harmonische Farbkombinationen und abgestufte Höhen geachtet wird. Durch die gezielte Auswahl von Pflanzen, die sich in Wuchsform und Blütezeit ergänzen, entsteht ein lebendiges, sich ständig veränderndes Bild, das den Garten das ganze Jahr über attraktiv macht.
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