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Lebensbereiche der Stauden nach Hansen & Stahl

📖 2 Min. Lesezeit · Staudenplan.de Redaktion · 2026-06-04

Das Konzept der "Lebensbereiche" nach Richard Hansen und Friedrich Stahl hat die Staudenverwendung in der Gartenplanung revolutioniert, indem es eine systematische Methode zur Auswahl und Kombination von Pflanzen bietet, die den natürlichen Standortbedingungen entsprechen. Diese Methode basiert auf der Beobachtung, dass Pflanzen in der Natur in bestimmten Lebensbereichen vorkommen, die durch spezifische Umweltbedingungen wie Licht, Feuchtigkeit und Bodenbeschaffenheit gekennzeichnet sind. Die wichtigsten Lebensbereiche, die Hansen und Stahl definiert haben, sind Freifläche, Gehölzrand, Gehölz, Wasserrand und Wasser. Diese Kategorien helfen Gartenplanern und Gärtnern, Pflanzen so auszuwählen, dass sie optimal gedeihen und ästhetisch ansprechend wirken.

Der Lebensbereich der Freifläche umfasst offene, sonnige Standorte, die oft trockene und nährstoffarme Bedingungen aufweisen. Hier eignen sich Stauden wie die Färberkamille (Anthemis tinctoria) und der Steppen-Salbei (Salvia nemorosa), die mit intensiver Sonneneinstrahlung und wenig Wasser gut zurechtkommen. Beim Gehölzrand handelt es sich um den Übergangsbereich zwischen offenen Flächen und Wäldern, wo Halbschatten und mäßig feuchte Bedingungen vorherrschen. Pflanzen wie der Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum) und die Elfenblume (Epimedium x versicolor) sind hier ideal, da sie sowohl mit Schatten als auch mit etwas Sonne umgehen können. Im Lebensbereich des Gehölzes, der durch tiefen Schatten und humusreiche, feuchte Böden gekennzeichnet ist, gedeihen Arten wie der Waldmeister (Galium odoratum) und die Schatten-Glockenblume (Campanula latifolia).

Der Wasserrand ist ein Lebensbereich, der sich durch wechselnde Wasserstände und feuchte Böden auszeichnet. Hier sind Pflanzen wie die Sumpfdotterblume (Caltha palustris) und der Blutweiderich (Lythrum salicaria) gut geeignet, da sie zeitweise Überflutung tolerieren. Schließlich umfasst der Lebensbereich Wasser Pflanzen, die vollständig oder teilweise im Wasser leben, wie die Seekanne (Nymphoides peltata) und die Wasserfeder (Hottonia palustris), die in Teichen oder Wasserläufen eingesetzt werden können.

Für die Planung ist es wichtig, die spezifischen Bedingungen des Gartens genau zu analysieren und die geeigneten Lebensbereiche zu identifizieren. Dabei sollte man nicht nur auf die Lichtverhältnisse und Bodenbeschaffenheit achten, sondern auch auf die Feuchtigkeitsverhältnisse und die klimatischen Bedingungen. Die Auswahl der Pflanzen sollte so erfolgen, dass sie den natürlichen Gegebenheiten entsprechen, um Pflegeaufwand zu minimieren und ein harmonisches Gesamtbild zu schaffen. Eine geschickte Kombination von Stauden aus den verschiedenen Lebensbereichen kann zudem die Artenvielfalt fördern und den Garten das ganze Jahr über attraktiv gestalten. Bei der Planung ist es hilfreich, Pflanzpläne zu erstellen, die die verschiedenen Lebensbereiche und ihre Übergänge berücksichtigen, um eine natürliche und zugleich strukturierte Gestaltung zu erreichen.

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