In der Gestaltung von Gärten spielt die Förderung der Biodiversität eine immer wichtigere Rolle. Besonders Bienen, Hummeln und andere bestäubende Insekten profitieren von durchdacht geplanten Staudenbeeten. Eine wesentliche Überlegung ist der Unterschied zwischen gefüllten und einfachen Blüten. Gefüllte Blüten, wie sie oft bei Zuchtformen vorkommen, bieten wenig bis keinen Nektar, da die Staubblätter zu Blütenblättern umgeformt sind. Einfache Blüten hingegen, wie sie bei vielen Wildstauden zu finden sind, sind reich an Nektar und Pollen und somit für Insekten wertvoller.
Um einen lückenlosen Nektarstrom zu gewährleisten, ist es wichtig, den Blühzeitraum der Pflanzen über das gesamte Jahr hinweg zu planen. Frühblühende Stauden wie das Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) oder der Kaukasusvergissmeinnicht (Brunnera macrophylla) bieten bereits im zeitigen Frühjahr Nahrung. Im Sommer sind Stauden wie der Sonnenhut (Rudbeckia fulgida) und die Flockenblume (Centaurea montana) besonders attraktiv für Insekten. Der Herbst kann mit spätblühenden Arten wie der Herbstaster (Aster novi-belgii) oder der Fetthenne (Sedum spectabile) abgedeckt werden. Diese Staffelung sorgt dafür, dass Insekten von Frühling bis Herbst kontinuierlich Nahrung finden.
Die Auswahl der richtigen Stauden ist entscheidend für die Insektenförderung. Hier sind die Top-15 Bienenweide-Stauden für deutsche Gärten: 1. Lavendel (Lavandula angustifolia), 2. Sonnenhut (Echinacea purpurea), 3. Katzenminze (Nepeta faassenii), 4. Fette Henne (Sedum spectabile), 5. Wiesensalbei (Salvia pratensis), 6. Kugeldistel (Echinops ritro), 7. Glockenblume (Campanula persicifolia), 8. Blutweiderich (Lythrum salicaria), 9. Bergminze (Calamintha nepeta), 10. Thymian (Thymus vulgaris), 11. Schafgarbe (Achillea millefolium), 12. Oregano (Origanum vulgare), 13. Bartblume (Caryopteris clandonensis), 14. Goldrute (Solidago canadensis), 15. Herbstaster (Aster novi-belgii). Diese Pflanzen sind nicht nur pflegeleicht, sondern auch robust und anpassungsfähig an verschiedene Boden- und Lichtverhältnisse.
Praktische Hinweise für die Anlage eines insektenfreundlichen Staudenbeets umfassen die Berücksichtigung von Standortbedingungen wie Licht und Bodenbeschaffenheit. Ein sonniger Standort ist für die meisten Bienenweide-Stauden ideal, da viele Nektar produzierende Pflanzen volle Sonne bevorzugen. Der Boden sollte gut durchlässig sein, um Staunässe zu vermeiden, die viele Stauden nicht vertragen. Eine abwechslungsreiche Pflanzung in Gruppen sorgt für ein harmonisches Bild und erleichtert den Insekten das Auffinden der Blüten. Zudem ist es ratsam, auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln zu verzichten, um die Gesundheit der Insekten nicht zu gefährden. Durch die gezielte Auswahl und Pflege von Bienenweide-Stauden lässt sich ein Garten schaffen, der nicht nur optisch ansprechend ist, sondern auch einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt leistet.
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